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Schön Ölturm glotzen
2007-06-15 09:42:00
(Kuala Lumpur/Malaysia). Gleich am zweiten Tag geht’s auf Entdeckungstour. Durch die abwechslungsreiche Stadt machen wir uns per Bahn auf den Weg zu den Petronas-Towers. Diese Zwillingstürme sind mit 452 Metern Höhe das zweithöchste Gebäude der Welt (seit einen Jahr gibt es wohl in Taipeh einen höheren Turm) und sehen unglaublich beeindruckend aus. Fast von jeder Stelle der Stadt kann man diese silbern leuchtenden Monster sehen. Leider dürfen wir allerdings nur auf die in 170 Metern Höhe gelegene Skybridge fahren. Zwar müssen wir uns dafür einen längeren Film über die Entstehung, den Bau und natürlich die Namensgebende Firma anschauen (das muss wohl die allerbeste Ölfirma der ganzen Welt sein&hellip und bekommen riesige grüne Besucherschildchen um den Hals, dafür haben wir auf der komplett verglasten Brücke einen atemberaubenden Blick über die Stadt, die angrenzenden Wolkenkratzer und die aufr


Toiletten in Malaysia
2007-06-14 11:37:00
(Kuala Lumpur/Malaysia ). Über die Städte Stefan Müller, Krabi und Hat Yai im Süden von Thailand, ein Ort im Übrigen, in dem sie aus Angst vor Terroranschlägen mit Spiegeln unter die Busse und Autos schauen, fahren wir ins islamische Malaysia. Wir haben gar keine Vorstellung, was uns erwarten wird und sind deshalb schon am ersten Rastplatz positiv überrascht, wie sauber und ordentlich das Land scheinbar ist. Wir hatten in Asien noch nie so glänzende Autobahntoiletten gesehen, die dann sogar in zwei verschiedenen Ausführungen zur Wahl stehen: die "normale" asiatischen Toilette, die mehr oder weniger aus einem Loch im Boden besteht (das Problem kennt man ja?) und die schönen europäischen Toiletten, die hier offensichtlich keiner zu benutzen scheint und die deswegen auch überraschend hygienisch daherkommen. Ein weiterer Hinweis darauf, dass für Asiaten diese Toiletten wohl eher ein großes Geheimnis ist, sind d


Bootfahrt nach Bako
2007-06-20 01:04:44
(Bako/Malaysia). Unsere nächste Station ist der Bako Nationalpark, eine Halbinsel an der Südwestküste Borneos, wo man nicht nur tagelang durch dichten Dschungel laufen kann, sondern eben auch diese ungewöhnlichen Nasen-Affen zu sehen bekommt. Zum Nationalpark – die Unterkunft muss man im Voraus buchen - gelangen wir auf eigenen Faust per Bus und dann mit dem Barca-Boot, das auf einmal mehr oder weniger Mitten im Meer anhält. Wir werden sozusagen über Bord geschmissen und müssen die letzten Meter bis zum Strand durch das etwa knietiefe Wasser waten, um dann in einer traumhaften Bucht an Land zu gehen, umgeben von mit Urwald bewachsenen riesig großen Felsen. Wir sehen keinen Menschen weit und breit! Einfach unglaublich!


Die vorletzten ihrer Art
2007-06-19 10:52:00
(Kuching/Malaysia). Gleich am nächsten Tag starten wir die Entdeckungstour ins Wildlife – wir gehen es erstmal langsam an und fahren in das Rehabilitation Center Semengogh, wo man sich Orang Utans sozusagen in freier Wildbahn anschauen kann. Dort werden verwaiste Babyaffen großgezogen und ausgewildert – sagt man. Eine Tour dorthin kostet inklusive Eintritt 60 Ringet pro Person – wir nehmen den Lokalbus für 3 Ringet und zahlen 4 Ringet an der Kasse. Also fast alles richtig gemacht, denn als wir dort ankommen, regnet es aus Eimern und es gibt keine richtige Unterstellmöglichkeiten auf dem halbstündigen Weg zu den Affen. Die Tourleute fahren grinsend mit einem Jeep an uns vorbei. Egal wir kommen um 14 Uhr an den „Orang Utah Weg“ und erfahren, dass wir hier nur zu den Fütterungszeiten um 9 oder 15 Uhr in den Dschungel dürfen. Wir treffen einen kleinen frechen Makaken und fotografieren ihn sicherheitshalber gleich mal ganz he


Wellcome to Borneo
2007-06-18 12:31:31
(Kuching/Malaysia). Das klingt doch mal nach etwas. Unberührte Regenwälder, unbezähmbare Flüsse, riesige Pythons, frei lebende Orang Utans und wilde Menschenfresser. Zum ersten Mal auf unserer Reise fahren wir in eine Ecke, in die man sonst mit Sicherheit als „Normaltourist“ nicht so schnell kommt – von Laos vielleicht einmal abgesehen. Die Insel ist in zweigeteilt, in die indonesische im Süden (womit Borneo auch die größte Insel dieses Landes ist) und die malaysische Seite. Malaysias Part besteht aus zwei Bundesstaaten, Sabah im Nordwesten und Sarawak im Nordosten. Und zwischen diesen beiden liegt der Ministaat Brunei, der bei seiner Größe aber gar nicht weiter auffällt.  Eine Besonderheit von Sarawak, da wo wir heute landen: man darf sich dafür einen halben Länderpunkt geben, denn irgendwie scheint dieser Teil nicht so richtig zu Malaysia dazu zu gehören. Warum das so ist, konnten wir bei der


Morgen gehts los
2007-06-17 06:00:00
Als Grußkarte versenden 
Read more: Morgen

Pig und Pig - Don´t kill the Bartschwein
2007-06-23 09:57:00
(Bako/Malaysia). Im Gelände laufen auch zwei riesige Bartschweine herum, vor denen man sich, wenn man sie das erste Mal sieht tierisch erschrickt. Ein Mädel aus Süddeutschland welches wir später treffen, erzählt uns, dass sie in einem Urwaldcamp solchen Schiss vor diesen riesigen Säuen gehabt hatten, dass sie sich schon lange Speere und Dolche geschnitzt hatten, um sie damit zu jagen. Im Dickicht ist ja auch niemand gewesen, der ihnen erklärt hatte, dass dies ganz harmlose Pflanzenfresser sind. Als Grußkarte versendenPig schreibt uns, dass er in diesem Blog nicht mehr Pig genannt werden möchte. Es will Fettpig heißen, okay passt ja irgendwie ganz gut zu Ihm, der sich immer noch in Berlin betrinkt.


Erstes Alterwasser auf der Weltreise
2007-06-22 17:15:00
(Bako/Malaysia). Am frühen Nachmittag wagen wir eine erste richtige Dschungelerkundung. Die Urwaldpfade sind hier wirklich sehr gut ausgezeichnet. Es gibt verschiedenste Strecken mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. Unter ausgeschildert, ist gemeint, dass etwa alle 100 Meter ein roter, gelber oder blauer Strich, je nach Strecke, an einen Baum gemalt ist. Oftmals stehen wir ratlos da und wissen nicht, wo es weiter geht und bekommen gegen Abend etwas Panik vor der einsetzenden Dunkelheit. Zuvor hatten wir eine unglaublich faszinierende Fauna erlebt, hatten diverse Bergkuppen erklommen mit fantastischen Aussichten über die Wälder und auf den Ozean, waren durch ausgetrocknete und vorhandene Flussbetten gewandert und letztendlich an einer atemberaubenden Klippe an den Strand gelangt – natürlich in einer vollkommen einsamen Bucht an der wir in den angenehm warmen Ozean springen. Als Grußkarte versenden Auf unserer vierstündigen To


Die witzigsten Tiere der Welt
2007-06-21 15:50:00
(Bako/Malaysia). Ein paar hundert Meter – nach den Weltuntergangs-Affen - flippen wir dann aber richtiggehend aus. Dort in den Mangrovenwäldern sitzen sie wirklich – die Nasenaffen. Diese Proboscious Monkeys sind einfach unbeschreiblich. Versuchen wir es: sie haben hellbraun-weißes Fell sind etwa Menschengroß, bewegen und benehmen sich wie wir (nur etwas behäbiger), haben einen riesigen weißen Schwanz (einen kleinen roten dazu - man staune) und einen recht kleinen Kopf. Als Grußkarte versendenAm bemerkenswertesten sind aber eindeutig ihre riesigen Nasen. Bei den Weibchen lediglich recht lang, überzeugen die Männer auch durch eine unglaubliche Breite ihres Riechkolbens. Es sind mit großem Abstand die witzigsten Exemplare der Tierwelt, die wir jemals gesehen haben. Als Grußkarte versenden Wir beobachten sie bestimmt eine Stunde, wie sie gelangweilt das Grünzeug der umliegenden Bäume in sich hineinstopfen. Wir


Affen und doch keine Affen
2007-06-20 17:34:00
(Bako/Malaysia). Dennoch sind uns diese Affen irgendwie suspekt. Es sind Affen und doch keine Affen. Sie benehmen sich nicht nur wie Menschen, es sind wahrscheinlich gezüchtete Rhesus-Affen, die aus menschlichem genetischen Material geformt worden. Nicht nur dass sie uns fies beobachten und hämisch grinsen – sie versuchen auch ständig uns zu beklauen. Sei es der Fotoapparat, die Geldbörse und am schlimmsten, volle Bierdosen. Wir trauen den Urwaldzeitgenossen kein bisschen über den Weg, zumal der Chef der Bande scheinbar anordnet, dass wir die Brücke nicht überqueren dürfen und deshalb von einer Seite zur anderen springt, wie gedopt. Als Grußkarte versenden Irgendwann versuche ich mit dem Boss in Kontakt zu treten – und tatsächlich, nachdem ich ihm eine Bierdose freiwillig überlasse, hockt er sich gemächlich hin und entfernt diverse Läuse von einem Artgenossen – wohl ein Zeichen, dass wir jetzt hin&uum


Winter in Borneo
2007-06-20 15:26:00
(Bako/Malaysia). Barfuss laufen wir 500 Meter zum Park-Headquater und melden uns hier an. Unsere Urwaldwohnung für die nächsten Tage ist eine geräumige Holzhütte, in der es sogar ein eigenes Bad, eine große Terrasse und vor allem einen Kühlschrank gibt. Es ist sehr heiß und schwül. Momentan zur Monsunzeit (!) sind außer uns vielleicht noch sechs andere Touristen in dem riesigen Nationalpark und im Park-Bistro sitzen wir ganz allein und essen ein wirklich gutes Mittagsgericht. Und dann geht’s ab in den Dschungel! Wir - in der Zwischenzeit ganz Dschungel-Erfahren - natürlich mit langen Hosen, dicken Wanderschuhen und mit den Hosen in den Socken. Man will sich ja keine Blutegel, keine Zeckenbisse, keine Mückenstiche uns seit neuestem keinen Mumms holen! Da die Dschungel-Trecks aber erst in einiger Entfernung zu den Hütten beginnen und man die ersten ca. 1.5 km ausschließlich auf einem Holzsteg unterwegs ist, muss
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Bierinformationsvorsprung
2007-06-27 13:01:00
(Miri/Malaysia). Bald ging es per Nachtbus in neun Stunde weiter nach Miri. Auch dies ist eine ruhige gemütliche Stadt, welche von den vielen chinesischen Einwanderern geprägt ist und welche, da auch bald das chinesische Neujahrsfest stattfinden sollte, überall niedlich und bunt geschmückt war. Für unsere weitere Reise in Borneo lernten wir vor allem, dass es in den Chinarestaurants das mit Abstand frischeste, leckerste und preiswerteste Fisch- und Meeresfrüchteessen gab und noch viel wichtiger: auch dass billigste Bier. Hier bekamen wir für 10 Ringet drei Dosen Bier – im Supermarkt (!) hatten wir anfangs noch 10 RM für eine geblecht. Die Logik war uns zwar nicht ganz klar, aber den Informationsvorsprung haben wir genutzt. Siehe Vietnam


Mit Elektrobein beim Häuptling
2007-06-26 12:10:00
(Kuching/Malaysia). Zurück in Kuching hatten wir noch kurz überlegt einen Abstecher zu den Urvölkern - den bis vor kurzem „Menschenfressenden Wilden“ - in ihren Langhäusern zu machen. Wir trafen jedoch einen jungen Deutschen mit nur einem Bein und einer Prothese (ein Motorradunfall), der uns erzählte, was da so abgeht: als allererstes hält der Touristenbus an einem Supermarkt und der Führer erklärt, dass man den Einheimischen aus Gastfreundlichkeit etwas mitbringen solle – vor allem hochprozentigen Alkohol. Dann fährt man ca. eine Stunde auf geteerten Straßen ins Landesinnere, muss ca. 200 Meter laufen bis man die schönen, bis zu 200 Meter langen Holzhäuser erreicht. Der Häuptling führt einen kurz herum und erklärt, dass in diesen großen Gebäuden bis zu 20 Familien unter einem Dach leben. Danach gibt es eine halbstündige Aufführung traditioneller Tänze in ihren urspr&


Sorgenfrei in Borneo
2007-06-25 12:21:00
(Bako/Malaysia). Auf unseren Erkundungswegen sehen wir auch unseren ersten Riesenwaran (er hat in etwa das Aussehen und die Größe eines fürchterlichen Drachens aus irgendeiner Sage), entdecken große Fleisch fressende Pflanzen (die gerade hunderte von Insekten „zu sich nehmen“, beobachten viele verschiedene Vögel und natürlich unbekannte Insekten zu Land und in der Luft. Als Grußkarte versenden Unsere größte Befürchtung, neben den Spinnen, Schlangen und Blutegeln - die Mücken - können wir mit den einheimischen Mitteln ganz gut im Zaume halten. Es gibt hier echte „Killer“ zu kaufen, aus der Sprühdose oder zum Abfackeln – wir sind zwar selber dann immer einige Zeit etwas weggetreten, dafür haben wir wirklich kaum juckende Stiche zu beklagen. Am zweiten Tag unternehmen wir eine siebenstündige Dschungeltour, die uns zu einem tosenden Wasserfall führt. Wir könnten hier t
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Böse Affen klauen immer Bier
2007-06-24 09:41:00
(Bako/Malaysia). Von den Nasen-Affen können wir gar nicht genug bekommen, mit den Makaken ist das nach wie vor etwas anderes. Diese hoch gezüchteten, kranken Rhesusaffen scheinen relativ angstfrei zu sein und nachdem einer der kleinen Mistdinger am gestrigen Abend wieder einmal Sylvies Bier geklaut, weggeschleppt und ausgesoffen hatte (und das ist hier sauteurer, eine Dose kostet über 2 Dollar!) und ein anderer am heutigen Morgen versucht, ganz frech in unser Zimmer einzubrechen (er saß schon wie selbstverständlich im Küchenfenster, hat das Fliegengitter weg geschoben und machte sich bei uns breit, oder beobachtete uns beim Menscheln) sind uns die Viecher dann immer weniger geheuer. Sagen wir es mal so: wie soll man denn der malaysischen Polizei oder der Airline erklären, das ein Affe unsere Pässe oder die Flugtickets gestohlen hat. Egal, verrückte Makaken sind trotzdem sehr unterhaltsam – eines Tages werden sie die Welt beherrschen


Größenwahn Malaysia
2007-06-30 08:37:00
(Mulu/Malaysia ). Wir erfahren im Parkheadquater, dass wir uns auf den Pfaden fast immer nur mit einem Guide bewegen dürfen. Als Grußkarte versenden Dies hat bei der ersten Tour jedoch einen entscheidenden Vorteil: Wir entdecken wir ein weiteres Phänomen der Malaysier: die Liebe zu Superlativen! Die eine Höhle ist natürlich die längste der Welt, die andere hat den größten Höhleneingang der Welt, aus der nächsten flliegen die meisten Fledermäuse gleichzeitig zur Dämmerung hinaus, weltweit natürlich. Die meisten Tier- und Pflanzenarten gibt es nur hier und diese sind, ganz klar, die größten ihrer Art auf der ganzen Welt. Ob das alles so stimmt, sei mal dahingestellt; wir lassen uns jedenfalls mächtig beeindrucken und die meisten Dinge, die wir sehen, sind ja auch wirklich gewaltig. Bestimmte 40 cm langen Monsterraupen oder die grüne Giftschlange auf grünem Grund hätten wir ohne den netten F&


Die Pudelbande im Dschungel
2007-06-29 10:08:00
(Mulu/Malaysia). Beim Flug in den Mulu-Nationalpark haben wir auch eine Premiere der Reise, das erste Mal fliegen wir mit einer kleinen Propellermaschine – 12 Leute, außer uns, sind noch in der Maschine. Die kleine Landebahn, mitten zwischen grün bewaldeten Bergen, sieht man erst unmittelbar bevor wir aufsetzten, so dicht ist hier der Regenwald. In Mulu gibt es einige der größten Höhlen der Welt, dafür aber auch mehr Touristenunterkünfte. Zum Glück sind bei uns wieder sehr wenige da, dafür aber mehr von der Pudelfraktion, also grauhaarige alte Menschen, oder eklig stinkende dicke Deutsche Jugendliche. Mal abgesehen von den riesigen Höhlen ist der Park für uns aber nicht ganz so spannend, da es hier überall Holzwege durch den Dschungel gibt und einem somit das rumstolpern und rumkrabbeln über Wurzeln und durch Matsch erspart bleibt. Als Grußkarte versenden Also nur ein Dschungel-Feeling für die Pudelba


Bowlingborneo
2007-06-28 17:08:00
Am ersten Tag in Miri, schüttet es wie aus Eimern! Demach buchen wir den bekannten Niah-Nationalpark, der nur eine Stunde per Bus entfernt war,nicht - stattdessen organisieren wir Flugtickets und eine Zimmerreservierung für den Mulu-Nationalpark im Inneren des Landes (und damit des Urwaldes) – zu dieser Jahreszeit funktioniert dies reibungslos und günstig bereits für den nächsten Tag. Wir gehen zu Burger King - was einfach unbeschreiblich ist und nur per Bild klar wird: Wir tänzeln regelrecht aufs Zimmer, schauen Fern und schreiben Karten. Auf dem Weg zur Post entdecken wir ein Einkaufszentrum mit einer Bowlingbahn. Wird man uns irgendwann nach einer Einmaligkeit unserer Reise fragen, wird sicherlich das Bowlen in Miri dazu gehören. Welcher Deutsche oder Europäer wird denn je die Zeit haben, mitten in Borneo, in einem unbedeutenden Kaff im Dschungel die Kegel umzuhauen? Wir hatten sie jedenfalls und jede Menge Spaß. Wie früher, m


Deutsches Fernsehen oder Weltreise?
2007-07-04 12:06:00
(Kota Kinabalu/Malaysia). Am nächsten Morgen dürfen wir am Busbahnhof erfahren, dass es nach Sabah in Borneo keinen Landweg gibt. BSB, also Bandar Seri Begawan, liegt direkt am Meer, man muss es also per Boot in diese Richtung verlassen - okay, kein Problem. Eigentlich! Nicht bedacht haben wir, dass am morgigen Tag endlich das chinesische Neujahrsfest beginnt, was hier Feierlichkeiten von fast einer Woche nach sich zieht, mit geschlossenen Geschäften, aber vor allem verreisenden Menschenmassen. Gerade in Brunei können wir verstehen, warum die Gastarbeiter zum Feste nach Hause wollten: die Chinesen trinken gerne Alkohol – und das, wie Sau! Kurz: wir sitzen also gute vier bis fünf Stunden am Arsch der Welt des Schiffanlegers herum, bis wir endlich einen Platz auf einer der Fähren ergattern können. Im Nachhinein sogar beruhigend, dass sie bei 300 Leuten, auf dem für maximal 100 Leuten zugelassenen Boot, „Stopp“ sagen und aufs n


Das einzige Bier in Brunei
2007-07-03 13:49:00
(Bandar Seri Begawan/Brunei ). Nach der ewigen Fahrerei und der Besichtigung des einzig beeindruckenden Gebäudes der Innenstadt – der großen Moschee, in die Sylvie sogar ohne Kopfbedeckung hereinkommt – haben wir uns wirklich ein kühles Bier verdient. Als Grußkarte versenden Nachdem sie uns in drei Cafes und in den Bars von zwei Nobelhotels kein Tiger Beer ausschenken, sondern sogar nen Vogel zeigen, bekomme ich langsam Panik. Im Gegensatz zu Malaysia macht das hochmuslimische Brunei hier wirklich ernst mit dem absoluten Alkoholverbot. Aber wir haben ja mich, den mittlerweile wohl bierverwöhnstesten Backpacker der Geschichte! In unserem Hotel gibt es an der Rezeption einen Kühlschrank mit Erfrischungsgetränken. Nachdem ich mich da zweimal vergeblich (bei verschiedenen Angestellten) nach Bier erkundige, scheine ich beim weiblichen Nachtportier mehr Glück zu haben haben. Nach langem Hin und Her zaubert die ältere Frau aus einem


Auf Weltreise nach Brunei
2007-07-02 11:57:00
(Bandar Seri Begawan/Brunei ). Um von Sarawak nach Sabah zu kommen, muss man irgendwie an Brunei vorbei, oder es eben durchfahren. Und wer kann schon von sich sagen, dass er mal in Bandar Seri Begawan gewesen war. Wir müssen also dorthin! Somit beschließen wir, nicht einfach für ein paar Euro und innerhalb von einer Stunde nach Sabah zu fliegen, sondern dies lieber gemütlich auf dem Landweg zu machen. Super Idee! Vor allem, wenn man nach wie vor ohne Reiseführer unterwegs ist und überhaupt nicht weiß, wie man dorthin kommt. Zumindest gibt es auf dem 50 Kilometerlangen Weg nach Brunei noch einen Landweg, was aber bedeutete, dass wir 4 (!!!) Mal die Busse wechseln müssen, also alles in allem mit 5 Bussen (ja, genau! In Worten: Fünf) die Strecke bis nach Bandar Seri Begawan - der Hauptstadt - überwunden haben. Die drei Schiffspassagen, die dazwischen liegen, um irgendwelche Flüsse zu überwinden, lassen wir mal ganz außer


Panikattacken auf Hängebrücken
2007-07-01 06:57:00
(Mulu/Malaysia). Um dann doch noch ein bisschen mehr Adrenalin in die Sache zu bringen (zumindest für Sylvie) laufen wir über den berühmten Canopy Skywalk. Dies ist (natürlich) das längste Urwald-Hängebrückensystem der Welt, d.h. man läuft mehrere hundert Meter, dreißig Meter hoch über den Baumwipfeln auf äußerst wackeligen Konstruktionen aus Seilen (Lianen) und dünnen Holzplanken, was Sylvie zwar relativ nahe an den Rand einer Panikattacke führt (jeder, der sie schon mal auf einem Stuhl stehend oder auf einer Haushaltsleiter erlebt hat, ahnt wie das aussieht). Zum Glück sind noch zwei sechzigjährige Pudel in unserer Gruppe, sodass sie zwar fast heult, es ihr dann aber doch zu peinlich ist, nicht mit hinüber zu laufen – außerdem überleben alle, zwar knapp, aber immerhin. Dies hat zumindest wieder ein bisschen Spannung in die Weltreise gebracht. Auf dem Rückflug nach Miri ha


Wir sind dick und durstig
2007-07-08 07:33:00
(Kota Kinabalu/Malaysia). Der letzte Tag besteht quasi darin, uns in das riesige Aquarium fallen zu lassen, denn vor den Inseln des hiesigen Nationalparks gibt es so reichlich bunte Fische und Korallen – und zum ersten Mal für uns in zwanzig Metern Tiefe. Ab jetzt also auch auf Weltreise unter Wasser! Absoluter Wahnsinn! Am Ende bekommen wir dann die Bestätigung, dass wir jetzt offiziell die Korallenriffe dieser Welt verwüsten dürfen. Wenn das nichts ist – jetzt also auch Vorsicht, nicht nur im Straßenverkehr, wenn wir aufkreuzen! Tauchen ist im Älterwerden aber vielleicht eine sportliche Alternative, wie wir an unserem Tauchlehrer Neville aus Neuseeland eindeutig feststellen können. Im Gegensatz zu körperbewussten, braungebrannten Surfern oder Beachvolleyballern, ist er nicht gerade vollschlank, hatte ne Vollglatze und ist, wie gesagt schwerstens tätowiert – käseweiß sowieso. Aber in seinem Neoprenanzug ist


Der dümmste Taucherschüler
2007-07-07 06:01:00
(Kota Kinabalu/Malaysia). Ganz aufgeregt gehen wir am nächsten Tag zur Tauchschule. Sylvie muss zwar wegen ihrer ständigen Rotznase und des Asthmas noch zum ärztlichen Check, aber wir bestehen auch ein bisschen darauf, dass er grünes Licht gibt. Meine Probleme sind eher andere: der Theorieteil. Am ersten Tag wird dieser Part absolviert, natürlich in Englissh, immer noch nicht so ganz meine Sprache, aber mit Spicken und Abschreiben mache ich bei der Prüfung nur 5 Fehler (bei 50 Fragen) und darf am nächste Tag weitermachen. Mit unseren Tauchlehrern Danny aus Spanien und dem, von oben bis unten zu tatoowierten Neville aus Neuseeland (beide sozusagen auch auf Weltreise) geht es mit einem kleinen Boot und dem Tauch-Equipment auf eine kleine Insel des Tunku Abdul Rahman Marineparks. Natürlich sind wir vollkommen nervös (ich hatte gestern trotz ausdrücklichen Verbotes noch drei Bier gezischt) jetzt bräuchte ich nen Schnaps. Sylvie ist


Fischers Fritze fischt frische Fische in KK
2007-07-06 10:03:00
(Kota Kinabalu/Malaysia). Gleich am nächsten Morgen schnappen wir unsere, auf der Weltreise immer leichter gewordenen Rucksäcke (der Rücken ist lernfähig und sendet ans Gehirn den Befehl: „schmeiß doch mal was weg“ und laufen in die City. Zu so früher Stunde können wir dort ein viel besseres Zimmer ergattern und erkunden die Innenstadt. Eigentlich wollen wir in den nächsten Tagen den 4.095 Meter hohen Mount Kinabalu besteigen, immerhin der höchste in ganz Südostasien und scheinbar auch ohne Bergsteiger-Erfahrung zu erklimmen. Aber durch einen Zufall laufen wir an einen Tauch-Shop vorbei und beschließen, ganz spontan unseren Tauchschein zu machen. In nur drei Tagen würden wir für 130 Euro umgerechnet Open-Water-Diver sein. Hofften wir! Als Grußkarte versenden Am Abend bekommen wir in KK (so wiederum sagen die Einheimischen zu Kota Kinabalu) auch endlich ein wenig von der Stimmung und den bunten Auf


In der Bronx von Borneo
2007-07-06 00:53:00
(Kota Kinabalu/Malaysia). Am Hafen warten wir ca. eine Stunde in einer Schlange auf ein Taxi. Bei den monsunartigen Regenfällen will keiner, der anderen Passagier, in die nicht weit entfernte Stadt laufen. Da wir mittlerweile ein bisschen auf Tipps von Reisebekanntschaften angewiesen sind, besonders in Hotelfragen, können wir dem Fahrer sogar eine Adresse nennen. Natürlich sind die komplett ausgebucht. Nach langer Suche landeen wir schließlich in einem schaurigen Industriegebiet in einem 4 qm Meter Zimmer mit Doppelstockbett. Die Gegend hier, hätte jedem Film, der in der früheren Bronx oder in asiatischen Gruselfilmen spielt, alle Ehre gemacht. Man müsse auch nur 25 Minuten in die Stadt laufen. Der Tag ist eh gelaufen und ums Eck gibt es sogar noch eine orientalische Imbissbude – natürlich ohne Alkohol. Etwas betrübt schlendern wir zurück, als plötzlich ein schwarzer, getönter Van vor uns hält. Ich denke sofort: &
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Orang Utan und wilde Menschen
2007-07-11 13:13:00
(Sepilog/Malaysia). Auf dem Rückweg bleiben wir und dann aber doch noch für eine Nacht im Sepilog Rehabilitation Center hängen, um uns auch die hiesigen Orang Utans anzuschauen. Als Grußkarte versenden Wie beschrieben, hatten wir das schon in Sarawak gemacht, wo wir mit 15 anderen Leuten im Dschungel herum gestanden und die Fütterung der Affen beobachtet hatten. Wir dachten da schon, dass dies extrem viele Touristen waren an diesem Tag. Aber man lernt immer wieder dazu. In Sepilog sind es ca. 300 aufgeregte, meist älteren Leute, die sich auf die Aussichtsplattform geradezu quetschen!!! Als Grußkarte versenden Dafür darf man hier 30 Ringet Eintritt zahlen, in Sarawak waren es 3 und noch mal 10 wenn man die diesmal, zugegebener Maßen, größere Anzahl an Affen fotografieren wollte. Als Grußkarte versendenOhne Worte! Natürlich bescheiße ich das einheimische Tourismus Büro und verstecke meine Digitalkamera s


Null Nashörner und keine Raupe
2007-07-10 12:18:00
(Semporna/Malaysia). Es geht also nach Lahad Datu, von wo aus wir mal wieder in den Dschungel zu einem Wildlife Reserve mit frei lebenden, vom Aussterben bedrohten Elefanten und den Borneo-Nashörnern fahren wollen. Leider wissen wir überhaupt nicht, wie man da genau hinkommt (noch mal zur Erinnerung: jemand hat den Reiseführer im Flieger vergessen) und auch nicht, dass wir an einem Sonntag im einzigen Ort Sabahs landen, wo sich wohl wirklich kaum Touristen hinverirren und uns somit niemand den Weg erklären kann, was daran liegt, dass hier keiner Englisch spricht. Nennen wir es Glück im Unglück, denn wenig später treffen wir eine chinesische Familie die für wahnsinnig viel Geld, eine Tour dort hin gebucht hatte, drei Tage, bis zum Bauchnabel durch den strömenden Regen gelatscht waren und meist nicht mal weiterkamen als bis zum dazu gehörigen Dschungelrestaurant – alles war dort total überschwemmt. Sie hatten kein einziges


Schildkröteninsel ausgebucht
2007-07-09 11:47:00
Durch die drei Tage Tauchkurs werden unsere "Pläne" leider mal wieder etwas umgeworfen. Wir verzichten also auf Mount Kinabalu. Unsere Ausrede ist, dass uns ja nach dem Tauchen verboten war, auf solche anstrengenden Höhen zu steigen. Na ja das stimmt sogar! Den Berg besteigt man übrigens in zwei Tagen, wobei man am letzten Tag früh um 2 Uhr aufstehen muss, um bei Sonnenaufgang oben zu sein. Diese Beschreibung ist vielleicht eher unsere Ausrede. Dadurch ist unsere Borneo-Glückssträhe scheinbar erstmal vorbei – denn die nächsten Tage regnet es in Sabah häufiger. Allerdings ist dies in Sandakan, unserem nächsten Stopp egal. Von hier aus kann man auf die weltberühmten Turtle Islands fahren kann. Hierher kommen das ganze Jahr über Schildkröten, um ihre Eier im Sand zu verbuddeln und dann wieder ins Meer zurück zu kriechen. Dass soll und muss ja wohl ein ganz tolles Erlebnis sein. Allerdings erlauben die Natur


James Hetfield in Borneo
2007-07-15 08:06:00
(Kota Kinalbalu/Malaysia). Den letzten Abend verbringen wir an der Promenade von KK, ganz in der Nähe vom Fischmarkt. In letzter Zeit lernen wir öfter mal Einheimische kennen, die ganz offen auf uns zu kommen und scheinbar ihr Englisch verbessern oder ausprobieren wollen. Ein kleiner Kerl mit einem Metallica T-Shirt kommt ganz aufgeregt auf mich zu gerannt und fragt, ob ich James Hetfield wäre, also der Sänger seiner Lieblingsband. Ich lächele und sage natürlich „Ja“. Sylvie lacht sich fast schlapp und fragt den Jungen, ob er den wirklich denke, dass Metallica jemals nach Borneo oder gar Kota Kinabalu kommen würde. Irgendwie überzeugt sie ihn, dass ich eine ganz normale Pfeife aus Deutschland wäre - dabei hatte ich schon meinen Kugelschreiber gezückt und wollte ihm ein Autogramm auf das T-Shirt malen. Auf jeden Fall merke ich, dass sich mein Aussehen auf der Weltreise so langsam verändert.


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